Existenzgründer Spendenaktion 2018

Diakonieverein Migration Pinneberg

Ludger Fischer über das Projekt Integration.

Vor drei Jahren standen die Flüchtlinge hier auf der Matte. Da haben wir die Hilfsangebote regelrecht aus dem Boden gestampft. Es musste schnell gehen. Sprachkurse wurden entwickelt, Integrationsmaßnahmen organisiert, Betriebspraktika angeboten. Wir haben einiges erreicht.

Wir konnten uns auf unsere professionelle Kenntnis verlassen und auf das Engagement vieler Ehrenamtlicher. Trotzdem stoßen wir an Grenzen. Nur wenige Flüchtlinge haben einen regulären Job gefunden. Die meisten leben noch in Unterkünften. Die Sprachhürde ist hoch. In drei Jahren sind nur wenige über den Grundkurs hinaus gekommen.

Die Flüchtlinge kommen mit hohen Erwartungen. Sie wollen, dass wir etwas für sie tun. Wir erwarten, dass sie unsere Bedingungen erfüllen. Sie müssen sich anpassen. Im Grunde führen sie ein komplett fremdbestimmtes Leben. Das verstärkt Passivität.

Eigeninitiative zumuten

Daraus haben wir gelernt. Wir muten den Geflüchteten Eigeninitiative zu. Sie sollen eine Nähwerkstatt selbst organisieren und verwalten. Wir verfügen in Wedel über geeignete Räume. Sie ließen sich zu einem Upcyclingprojekt ausgestalten, wo gebrauchte Materialien zu brauchbaren Dingen aufgearbeitet werden. Das sollen Flüchtlinge entscheiden, planen und umsetzen. Das ist ein qualitativer Unterschied.

Die Menschen haben Ressourcen. In dem neuen Projekt lernen sie, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Selbstorganisation muss angestoßen werden.

Für uns ist das ein Pilotprojekt. Warum Spender sich beteiligen sollen? Wenn wir Erfolg haben, gelingt Integration. Und das hilft allen.

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