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Diakonisches Werk Hamburg-West/Südholstein

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Abschied Thomas Karrasch

16. Dezember 2025

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Zum 10. Jubiläum der „Männersache“: Thomas Karrasch geht in den Ruhestand

Vor genau 10 Jahren baute Thomas Karrasch die Beratungsstelle „Männersache“ des Diakonischen Werkes Hamburg-West/Südholstein in Norderstedt auf und leitete sie seitdem. Jetzt verabschiedet sich der 66-Jährige in den Ruhestand.

Das Beratungsangebot der „Männersache“ richtet sich an Männer mit geschlechtsspezifischen Anliegen, wobei körperliche und/oder sexualisierte Gewalt die zentralen Themen sind.

„Die Arbeit ist so wichtig, weil der Schutz von Opfern allein das Phänomen der (sexualisierten) Gewalt nicht beenden kann, das können nur die Täter“, sagt Thomas Karrasch. „Die brauchen dabei aber dringend Hilfe, denn ein derartiges Verhalten nachhaltig selbst zu verstehen und zu verändern, ist für die meisten Menschen allein kaum möglich.“

Besonders in der Gewaltberatung gelang es dem Psychologen, tiefgreifende Prozesse bei seinen Klienten zu begleiten, die in ihrer Wirkung weit über die Lösung des ursprünglichen Problems hinausgingen.

„Viele Männer sind wegen ihrer Gewalttätigkeit in die Beratung gekommen, doch sie haben weitergemacht, auch wenn das Problem überwunden war, weil sie sich als Mensch verändert haben“, sagt Thomas Karrasch. „Sie sagten zum Beispiel, dass sie heute mehr Selbstbewusstsein hätten, sie seien bessere Väter, Partner oder Freunde geworden. Mache konnten ihre Beziehungen zu Eltern und Geschwistern klären. Sie sind andere Menschen geworden.“

Besonders berührend war für den „Männersache“-Leiter das Wiedersehen mit einem früheren Klienten im vergangenen Sommer. Der Klient war zwei Jahre zuvor wegen des Konsums von Kinderpornographie in der Beratungsstelle gewesen. „Er fragte mich, ob ich ihn zuhause besuchen könne, er habe inzwischen fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsenkrebs und nur noch wenige Wochen zu leben“, erinnert sich Thomas Karrasch. „Zuhause hat er mir dann gesagt, dass er sich vor seinem Tod unbedingt noch einmal bei mir bedanken und sich von mir verabschieden wolle. Er gehe mit großer Ruhe in den Tod. Dies führe er auch auf die Beratung und die tiefe Auseinandersetzung mit sich selbst zurück.“

Bevor er die „Männersache“ aufbaute, war Thomas Karrasch in verschiedenen Beratungsstellen u.a. in der Paartherapie und Gewaltberatung tätig. Außerdem arbeitete er als Therapeut in der JVA Lübeck sowie als Stationspsychologe in der forensischen Psychiatrie Neustadt/Holstein und war als Gerichtssachverständiger für Familiengerichte beschäftigt. Zeitweise leitete er in Norderstedt auch die Beratungsstelle für Familien – Sicher im Leben des Diakonischen Werkes Hamburg-West/Südholstein.

Auch auf Bundesebene setzte sich der gebürtige Bad Mergentheimer gegen Gewalt ein und arbeitete an der Entwicklung des Bundesrahmenhandbuchs „Schutzkonzepte sexualisierte Gewalt“ mit. Innerhalb des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein war er zudem als Referent für Präventionskonzepte tätig und führte in Einzelfällen Interventionen nach gemeldeten Vorfällen der sexualisierten Gewalt durch.

Mit dem Aufbau der „Männersache“ 2015 schloss er eine Lücke in der Beratungslandschaft in Norderstedt sowie im Portfolio des Diakonischen Werkes, deren Leitung er mit seinem Konzept überzeugte.

„Thomas Karrasch hat einen bemerkenswerten Job gemacht und Großes für unser Diakonisches Werk geleistet,“ sagt Geschäftsführerin Andrea Makies. „Er arbeitet mit gewalttätigen und sexuell übergriffigen Männern, weil er die Hoffnung nicht aufgibt, etwas ändern zu können, an den Kern des Menschen heranzukommen und etwas zu bewegen. Wir sind stolz auf die Beratungsstelle ,Männersache‘, die auch eine große Strahlkraft nach außen hat, und danken Thomas Karrasch für sein Engagement, seine gute Arbeit und sein Beharren, dass Gewalt keine Lösung ist.“

Jana Meyer, Leiterin der Beratungsstelle für Familien – Sicher im Leben, an die die „Männersache“ organisatorisch angegliedert ist, arbeitete fünf Jahre lang eng mit Thomas Karrasch zusammen. „Was mich immer beeindruckt hat, ist der Respekt, mit dem du allen Menschen begegnest und den du dabei immer auch dir selbst gegenüber behältst“, sagt Jana Meyer, „deine Fähigkeit und deine Leidenschaft, mit Menschen zu arbeiten, die von vielen entmenschlicht werden, ihnen Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen, ohne dich im Mitgefühl mitreißen zu lassen und den Fokus zu verlieren.“

Thomas Karrasch möchte in seinem Ruhestand weiterhin als Psychologe und Therapeut tätig sein. Vor allem aber möchte er sich der Musik und Poesie widmen und damit auch auftreten. Seine Kolleg*innen aus dem Diakonischen Werk kennen seine Gitarren- und Gesangskünste unter anderem von der Leitungsklausur in Breklum, wo er regelmäßig für musikalische Unterhaltung und gute Stimmung sorgte.

Ab Januar 2026 übernimmt der Gewaltberater Günter Reif die Leitung der „Männersache“. „Ich bin stolz darauf, was ich hier aufgebaut habe, und zuversichtlich, dass Günter die ,Männersache‘ auf gute Weise weiterführt und möglicherweise auch weiterentwickelt“, sagt Thomas Karrasch. „Es gibt mir ein angenehmes Gefühl der Ruhe und Gelassenheit zu wissen, dass dieses System mich nicht mehr braucht.“

Wir wünschen Thomas Karrasch alle Gute für seinen neuen Lebensabschnitt und viel Erfolg bei allen neuen Projekten!

Foto: Inga Koch

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Markus Schneider
Diakoniepastor


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