Diakonie in Kirche und Gesellschaft

Vom Wert des Vertrauens

Programmatische Überlegungen von Diakoniepastorin Maren von der Heyde

Als Moses den Auszug seines Volkes aus Ägypten organisierte, traf er jede Entscheidung selbst. „Du machst dich selber und die Leute müde“ sagte sein Schwiegervater: „Suche Leute aus, die Verantwortung übernehmen, erkläre ihnen Gottes Ordnungen und Weisungen und mache sie zu Schiedsrichtern für 1000, 100, 50 oder 10 Menschen. Nur das wichtigste bringst du selbst vor Gott.“

Mich berührt an diesem frühen Beispiel der Verantwortungsteilung, dass sie nicht nur von Mensch zu Mensch geschieht. Sie findet im Dreieck statt. Sie baut darauf, dass die Ordnungen und Satzungen dafür gegeben sind. Sie macht alle gleich, denn alle Handelnden müssen sich vor Gott verantworten. Das hat Konsequenzen und damit sind wir beim Thema.

Das zwischen Kirche und Staat am heißesten diskutierte Thema ist das Kirchenasyl. Soll die Kirche das Asylrecht dem Staat überlassen? Oder müssen Christen dafür einzustehen, dass Menschen ein Recht auf ihr Recht haben? Dürfen oder müssen wir sie gar vor dem Staat schützen?

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Islamisches Freitagsgebet im Bürgerhaus Bornheide

Beten im Bürgerhaus

Als Muslime aus dem Osdorfer Born darum baten, in einem Raum des Bürgerhauses Bornheide das Freitagsgebet abhalten zu dürfen, zögerte Diakoniepastorin Maren von der Heyde nicht lange. „Mit ist der Gedanke unmöglich, Menschen das Gebet zu verwehren“, erklärt die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein. Sie stellte zwei Bedingungen. Es muss auf Deutsch gepredigt werden und der Gebetsraum muss offen bleiben – auch für Frauen. Das war für die Organisatoren des Gebets keine Frage.

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Blankeneser Gespräche

Schritte in die inklusive Gesellschaft

Professor Liane Simon über Erfahrungen in Frühförderungen, Kitas und Schulen

 

Modelle der Inklusion stellen den bisherigen Umgang mit Menschen mit Behinderungen radikal in Frage. Dr. Liane Simon, Professorin für „Transdisziplinäre Frühförderung“ an der MSH Medical School Hamburg, berichtet in den Blankeneser Gesprächen am Donnerstag, 1. Februar, über Inklusion in Kindergärten und Schulen, über Konzepte und Visionen. Nach langjähriger Erfahrung in der Frühförderung Norderstedt entwickelte Dr. Simon aus bisherigen Modellen von Krankheit und Behinderung neue internationale Klassifikationen. Sie sollen Menschen mit Beeinträchtigungen die Teilhabe in der Gesellschaft erleichtern und die UN Konventionen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen umsetzen.

„Bisher war die Diagnose von Behinderungen auf medizinische Befunde reduziert“, konstatiert Dr. Simon. „Inzwischen wissen wir um die Heilkraft psycho-sozialer Faktoren“. In der Weltgesundheitsorganisation WHO werden bisherige Modelle von Krankheit und Behinderung derzeit durch ein neues Verständnis von Krankheit und Behinderung ersetzt. Sie sollen Menschen mit Beeinträchtigungen die Teilhabe in der Gesellschaft erleichtern. Fachleute in der WHO erarbeiten Kriterien für ein Umdenken in der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen.“ Dr. Simon arbeitet hier mit und stellt die Modelle vor.

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