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Diakonisches Werk Hamburg-West/Südholstein

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Diskussionsveranstaltung „Hamburg! Gerechte Stadt!“

19. Oktober 2017

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„Wir haben ein politisches Mandat“

Wolfgang Völker vom Diakonischen Werk Hamburg über die Perspektiven Sozialer Arbeit

In der Reihe „Hamburg! Gerechte Stadt!“ wird am 21. November 2017 gefragt: „Soziale Arbeit – wie lange funktionieren wir noch?“ Wie definieren Sie funktionierende Soziale Arbeit?

Ein wichtiges Kriterium ist die Freiheit, die soziale Arbeit den Menschen lässt. Hilfe wird staatlicherseits immer mehr mit Kontrolle verbunden. Hamburg verweigert zum Beispiel ausländischen Wohnungslosen einen Platz im Winternotprogramm. Wir fragen, sollen wir uns an der Sortierung der Menschen nach Berechtigten und nicht Berechtigten beteiligen? Sollen wir Menschen wegschicken, weil sie Ausländer sind? Sollen wir bei der Elendsverwaltung mithelfen? In der Veranstaltung wird es um unsere sozialethischen Prinzipien gehen.

Wie sollten die Akteure der sozialen Arbeit in der gegenwärtigen Krise handeln?

Sozialarbeiter dürfen nicht vergessen, dass die Probleme, mit denen sie zu tun haben, Probleme unserer Gesellschaft sind. Es kommt darauf an, die Probleme nicht bei den Menschen zu sehen, sondern bei den gesellschaftlichen Verhältnissen. Wir diskutieren darüber unter dem Stichwort „politisches Mandat“: das heißt wir müssen die sozialpolitische Situation analysieren und dann Forderungen an den Staat stellen. Tun wir das nicht, bleibt nur Elendsverwaltung. Was nützt unser Beratungsangebot für Wohnungslose, wenn Wohnungen für bedürftige Menschen fehlen? Genauso ist es mit Langzeitarbeitslosen: Sie brauchen keine kurzfristigen Beschäftigungsprogramme, sondern Arbeit.

Die Diakonie Hamburg-West/Südholstein betont mit ihrer Kampagne nicht mehr die Schmerzgrenze, sondern stellt die Kompetenz der Diakonie nach vorn und sagt „mehr davon“. Ist das ein Weg?

Diakonische Projekte erfüllen einen doppelten Zweck: Sie helfen Menschen bei der Alltagsbewältigung in schwierigen Situationen. Zugleich versteht sich der Verband als Lobby für die Benachteiligten gegenüber der Politik. Beide Prinzipien müssen erfüllt sein. Das halte ich für eine positive Strategie zur Bekämpfung von Armut.

Die Daten zur Veranstaltung auf der Homepage unter „Termine“.

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