„Engagiert, statt nur besorgt.“

Diakonie wirbt um Spenden

Mit 50.000 Postkarten wirbt die Diakonie Hamburg-West/Südholstein ab 22. November um Spenden für die Unterstützung notleidender Menschen. Die CityCards liegen an mehr als 290 Standorten in Hamburg, Norderstedt, Wedel und Pinneberg aus. „Engagiert statt nur besorgt“ heißt die Kampagne. In Hamburg wenden sich „Patchwork Beratungsstelle für Frauen gegen häusliche Gewalt“ und „fluchtpunkt“, die kirchliche Beratungsstelle für Flüchtlinge, mit dem Aufruf an die Öffentlichkeit. In Norderstedt die Beratungsstelle „Männersache“ und in Pinneberg der Diakonieverein Migration.

Den Schutz der Verfassung überlassen wir nicht dem Verfassungsschutz“.

Fluchtpunkt bietet Flüchtlingen eine kostenlose Rechtshilfe, arbeitet unabhängig von staatlichen Stellen und ist auf Spenden angewiesen. „Wir vertreten die Klientinnen und Klienten vor Behörden und Gerichten. Das ist in dieser Form ziemlich einmalig“, erklärt Leiterin Anne Harms. „Das Grundrecht auf Asyl ist ein Kernbestand unserer Verfassung. Leider wird es durch Schnellverfahren, Verschärfung der Beweislast und Deklarierung sicherer Herkunftsländer mehr und mehr ausgehöhlt. Es wird schwerer, den Verfolgten und Bedrohten zu ihrem Recht zu verhelfen und so die Verfassung zu schützen. Diesen Schutz der Verfassung überlassen wir nicht dem Verfassungsschutz. 50 Euro finanzieren eine Rechtsberatung. Wer spendet, wird auf diese Weise zum Verfassungsschützer.“

Volle Kanne Selbstvertrauen“

Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle „Patchwork“ beraten seit 21 Jahren Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Viele Ehrenamtliche sind von neun bis 19 Uhr telefonisch erreichbar.

Die Grundausstattung finanziert der Träger, das Diakonische Werk Hamburg-West/Südholstein. Für die einladende Ausstattung des Beratungscafé in Hamburg-Ottensen werden jetzt Spender gesucht.

Der geschützte Gesprächsraum soll in einer angenehmen Atmosphäre Vertrauen schaffen. „Frauen in häuslicher Gewalt brauchen viel Unterstützung, um in ihrem Selbstwert gestärkt zu werden“, weiß Mitarbeiterin Annette von Schröder. „Der Schritt in das Patchwork-Café ist auch ein Schritt aus der Gewaltspirale. 50 Euro finanzieren eine Stunde Cafébetrieb. Schenken Sie volle Kanne Selbstvertrauen.“

Werden Sie Familienhelfer“

Seit rund 20 Jahren therapiert Thomas Karrasch Männer, die ihren Frauen und Kindern Gewalt antun, seit rund einem Jahr in der Beratungsstelle ‚Männersache’.  „Täter zu therapieren, lohnt sich in den allermeisten Fällen“, sagt der Psychologe, „die Täter sind Menschen in Not. Die Mehrheit kann gewaltfreies Handeln lernen.“ Männer, die ihre Frauen schlagen, so Thomas Karrasch, leiden an der Unfähigkeit, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie haben ein schlechtes Gewissen, versprechen Besserung, können ihre Versprechen aber nicht einhalten. Die Fachberatung unterstützt sie dabei, dies zu erlernen.“

Die Beratungsstelle für Männer und männliche Jugendliche ist Teil der Einrichtung: „Sicher im Leben – Ev. Beratungsstelle für Familien in Norderstedt“ in der Trägerschaft des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein. Sie ist seit Jahren überlaufen, Wartezeiten betragen Monate. Das ist umso schlimmer, als die Therapie einen Bruchteil der Kosten verursacht, die bei häuslicher Gewalt durch Männer auftreten würden: Polizeieinsätze, Strafvollzug, Gerichtskosten, Therapie für das Opfer.

Mit einer Spendenaktion soll jetzt ein Fonds gegründet werden, aus dem die Beratungsstelle „Männersache“ die Kosten für diejenigen Männer decken kann, die eine Beratung nicht aus eigenen Mitteln bezahlen können. „Werden Sie Familienhelfer“ sagt Thomas Karrasch: „Um Familien zu retten, müssen wir dem Täter Wege aus der Gewalt zeigen. 50 Euro finanzieren eine Therapiestunde.“

Werden Sie Existenzgründer“

Vor drei Jahren startete eine starke Hilfsaktion der Bevölkerung in Städten und Kommunen, um für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten Unterkünfte und Verpflegung, Sprachkurse und Begegnungs-Cafés zu organisieren. Die große Welle der Humanität fand vielfache Beachtung.

Jetzt möchte der Diakonieverein Migration e. V. in Wedel in einem weiteren Schritt geflüchtete Menschen dazu befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. In einer professionell angeleiteten Nähwerkstatt, dem „Nähtreff“ in Wedel  (Gärtnerstraße 5) wird ein Pilotprojekt eingerichtet, in dem  Geflüchtete im Kontakt mit Deutschen ihre Arbeit mit Stoffen selbst organisieren, verwalten und gegen Spenden „vermarkten“ können. Mittelfristiges Ziel ist ein Upcyling-Projekt, in dem gebrauchte Materialien zu brauchbaren neuen Dingen aufgearbeitet werden.

Für dieses Pilotprojekt bittet der Diakonieverein Migration e. V. um Spenden, erklärt der Leiter, Ludger Fischer: „Die meisten geflüchteten Menschen wollen aktiv ihr neues Leben gestalten, wie sie es in ihrer Heimat auch getan haben. Sie wollen arbeiten, mit der Bevölkerung hier deutsch sprechen und lernen, wie der Alltag in der neuen Heimat Deutschland funktioniert. Dazu wollen wir sie befähigen.“ Mit 50 EUR können Spender und Spenderinnen das Projekt unterstützen.

„Wir würden uns wünschen, dass möglichst viele Menschen die Postkarten entdecken, mitnehmen und dann die Kontonummer für eine Spende an die Einrichtung nutzen“, sagt Andrea Makies, kaufmännische Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein. Dazu gibt es ab 22. 11. 2018 eine Internet-Seite www.engagiert-statt-nur-besorgt.de, über die Nutzer online auf Spendenformulare und Informationen über den Spendenzweck gelangen.

Pressekontakt: Cornelia Strauß, Tel.: 040 58 950 223, E-Mail: cornelia.strauß@kirchenkreis-hhsh.de

 

 

 

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