Therapeutischer Hof Toppenstedt: Spende der Aktion Mensch

Therapeutischer Hof Toppenstedt:
Freude über Transporter

Jetzt mobil.: Matthias Müller, Peter Buschmann und Michael Blade. Foto: C. Strauß

„Die Spende von Aktion Mensch e.V. erleichtert unsere Arbeit sehr“, freut sich Peter Buschmann. Er legt weite Wege zurück, um  die Patienten zum Arzt, zu Behörden oder zur Bahn zu bringen. In der ländlichen Umgebung nahe Salzhausen in Niedersachsen werden in der Einrichtung für medizinische Rehabilitation 30 erwachsene drogenabhängige Frauen und Männer im Anschluss an ihre Entzugsbehandlung medizinisch und therapeutisch behandelt.

Der Therapeutische Hof Toppenstedt, eine Einrichtung des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein, liegt inmitten der Natur in der Nordheide. Für die Therapie ist dies ein Vorteil. Felder, Wiesen, der Kontakt zu hauseigenen Pferden und das Angebot der Reittherapie sorgen für die notwendige Ruhe, um eine psychotherapeutische Behandlung aufzunehmen.

Ein 13köpfiges Team unterschiedlicher Berufen der Fachrichtungen Psychotherapie, Medizin und Sozialpädagogik arbeitet mit den Patienten, die sich nach ihrer Abhängigkeitserkrankung auf ein stabiles Leben in neuer Umgebung vorbereiten. Das therapeutische Konzept ist erfolgreich: Angeleitete Gemeinschaftsarbeiten der Patientinnen und Patienten in der Hauswirtschaft, Holz- oder Fahrradwerkstatt gehören dazu, Mithilfe bei der täglichen Zubereitung der gemeinsamen Mahlzeiten und die Pflege des blumenreichen Gartengeländes.

„Wir unterstützen die Patienten in dieser Teamarbeit“, sagt Arbeits- und Sporttherapeut Matthias Müller. „Eine Suchterkrankung lässt Kontakte zu Freunden oder Kollegen verkümmern. Eine Teilhabe am sozialen und öffentlichen Leben ist am Ende nicht mehr möglich. Wir bauen sie in kleinen Schritten wieder auf.“

Der Sozialarbeiter leitet die hauseigene Holz- und Fahrradwerkstatt und freut sich auf Ausflüge mit Patienten im gespendeten Transporter: „Wir fahren gemeinsam zum Schwimmen, vielleicht demnächst auch einmal nach Hamburg zum ‚Dialog im Dunkeln’.“ Die Sensibilisierung für die Bewegung des eigenen Körpers sei ein wichtiger Teil der medizinischen Therapie: „Im Sport und bei der Reittherapie, aber auch bei einem von blinden Menschen geleiteten Gang durch den unterhaltsamen aber stockdunklen ‚Dialog im Dunkeln’ lernen die Patienten, ihre Sinne neu wahrzunehmen.“ Sie lernen, auf das eigene Gleichgewicht zu vertrauen.

Hilfe für ein selbst verantwortliches Leben

Die Rehabilitation des Therapeutischen Hofs Toppenstedt setzt auf behutsame Unterstützung  kleiner Erfolgserlebnisse bei Patienten. „Die Biographien drogenabhängiger Menschen zeigen, dass die Abhängigkeitserkrankung das Ergebnis eines langen Leidensweges ist, der oft in der Kindheit beginnt“, sagt Leiterin Silvia Linz. „Die Betroffenen haben keine geeigneten Möglichkeiten gefunden, mit ihrem Leid und den Gefühlen von Schmerz, Angst, Trauer und Hoffnungslosigkeit umzugehen. Zur persönlichen Entwicklung brauchen alle Menschen aber ein Klima des häuslichen Friedens. Nur so kann Selbstvertrauen wachsen und werden positive Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht.“ In dem weiträumigen Therapiegelände von Hof Toppenstedt können die Patienten ausreichende psychische Stabilität und Widerstandskraft entwickeln. Bis zu zehn Monate erhalten die erkrankten Frauen und Männer nach ihrem Klinikaufenthalt hier die Chance, unter Fachanleitung positive Vorbilder zur Lösung ihrer Konflikte zu erleben. „Möglich ist das in einem Klima sozialen Friedens, in dem sie als Individuum wachsen können“, sagt Matthias Müller. Der gespendete Transporter hilft dabei.

 

Kontakt: Therapeutischer Hof Toppenstedt; a.hinz@hof-toppenstedt.de  –  Tel. (04173) 5 13 30

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