Flucht und Trauma

Seelische Verletzungen wirken weiter

Traumapädagogin Anais Herrmann im Bürgerhaus Bornheide

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Anais Herrmann, Foto: privat

(CS) 1980 stellten Forscher infolge des Vietnamkriegs erstmals die Diagnose: Zu viel Gewalt verursacht psychische Störungen. Wenn Gewalt als lebensbedrohlich wahrgenommen wird, können posttraumatische Störungen und lang anhaltende seelische Verletzungen entstehen. Zwischen 20 bis 50 Prozent aktuell geflüchteter Menschen aus Kriegsgebieten in Hamburg sind durch Kriegserlebnisse traumatisiert. Wie können Haupt- und ehrenamtliche Begleiter in der Betreuung von traumatisierten Geflüchteten angemessen umgehen? Wie können sie ihrerseits ausreichende Unterstützung in ihrer Arbeit erhalten?

Darüber spricht am Donnerstag, 24. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus Bornheide in Hamburg-Osdorf (Bornheide 76, 22549 Hamburg) die Traumapädagogin Anais Herrmann. Die heutige Leiterin des Kinder- und Jugendhilfeträgers Elbinsel Familienhilfe erklärt, wie Erfahrungen der Gewalt die Psyche so nachhaltig verletzen, dass es zu Störungen in der Wahrnehmung der Realität und des Verhaltens kommen kann.

Gespräche lösen Konflikte

Die aufnehmende Gesellschaft stehe vor der Herausforderung, traumatisierte Menschen zu unterstützen und ihnen trotz ihrer psychischen Belastungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, so Herrmann: „Zu wissen, dass Traumatisierung die Ursache von Konflikten sein kann, bringt für Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsbegleitung Entlastung. Die Menschen können ins Gespräch kommen.“ Die Menschen sprachfähig zu machen ist daher auch Ziel des Vortrags. Er wendet sich an Fachkräfte, Haupt- und Ehrenamtliche und interessierte Bürger.

Diakoniepastorin Maren von der Heyde, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Hamburg-West/Südholstein, wird in die Veranstaltung einführen.

Veranstalter ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein, fachlich unterstützt von zwei seiner therapeutischen Einrichtungen: der Ev. Beratungsstelle für Familien – Sicher im Leben – in Norderstedt  sowie dem Therapeutischen Hof Toppenstedt, einer Einrichtung der medizinischen Rehabilitation für Menschen mit einer Suchterkrankung.

Eintritt frei. Spenden werden gerne entgegengenommen.

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