Diakonieverein Migration eröffnet neue Räume in Wedel

Flotter Einzug, auch weil viele Flüchtlinge halfen

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Kuchen, Kaffee, Kontakte. FOTO: C. Strauß

(CS) Ludger Fischer, Leiter des Diakonievereins Migration in Pinneberg, strahlte: Fröhlich, interaktiv und mit gegenseitige Neugier feierten Wedeler und „Newcomer“ aus vielerlei Kulturen am 14. Oktober die Einweihung neuer Räume des Diakonievereins Migration in der neuen Außenstelle in Wedel. Rund 200 Menschen tummelten sich in der Gärtnerstraße 5 in Wedel, einem gut erreichbaren neuen Standort. Dort bietet der Diakonieverein Migration e. V. in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Asylsuchenden Beratung und Betreuung an, offene Sprechstunden in der Migrationsberatung und Flüchtlingsbetreuung, Mitarbeit in einer Näh- und Fahrradwerkstatt, Kontakt zu mehrsprachigen Spiel- und Sportangeboten, zu Sprachpartnerschaften und Sprachkursen.  Das Angebot verspricht jetzt schon, gut angenommen zu werden, als Ergänzung zum Willkommenscafé in der Höbüschentwiete in Wedel.

Mehr Platz für mehr Aktivitäten in Wedel

„Unser alters Domizil in der Mühlenstraße war zu klein geworden. Wir mussten handeln“, erklärte Leiter Ludger Fischer. Zudem musste die Fahrradwerkstatt in der Bahnhofstraße Wedel ihre Bleibe verlassen. Ein glücklicher Umstand ist es nun, dass in Wedel alles zusammen Platz findet: „Inklusive unserer Nähwerkstatt, die sogar mehr Platz hat als zuvor und Nähkurse für Anfänger und Fortgeschrittene und gegen fertige Produkte anbieten kann“, freut sich Manuela Treff, die gemeinsam Hüseyin Inak die hauptamtliche Flüchtlingsbetreuung in zwei geräumigen Büros anbietet. Marion Biesterfeld zeigte das wohlsortierte Lager mit gespendeten Stoffen für die Nähwerkstatt, haupt- und Ehrenamtliche hübsche Stoffprodukte, die man gegen Spenden erstehen kann.

„Wir danken vor allem den vielen geflüchteten Menschen, die während der dreimonatigen Umbauzeit tatkräftig mitgeholfen haben und heute das große Kuchenbuffet eröffnen“, betonte Ludger Fischer. Nach der Begrüßung eröffnete die Hamburger Fotografin Michaela Kaiser gemeinsam mit dem geflüchteten Syrer Mohammed Toraani die Fotoausstellung: „Hallo, wir sind die Neuen. Wir wären gerne zu Hause geblieben“. Die Fotoserie zeigt Porträts und Kurzinterviews von Geflüchteten in Erstaufnahmelagern und die drei Jahre währende Flucht von Mohammed Toraani über Dubai und die Balkan-Route, die der junge Syrer mit eigenen Fotos ergänzt hat und dem Publikum vorstellte.

Flüchtlinge arbeiten ehrenamtlich mit

Wedel, dessen prägnanter Kirchturm täglich die Ozeanschiffe auf ihrem Weg in den Hamburger Hafen grüßt, wurde an diesem Nachmittag zum  quirrligen „Tor zur Welt“: Junge ehrenamtliche Geflüchtete boten Kuchen und freiwillige Übersetzerdienste in englisch, kurdisch, arabisch, deutsch zwischen Neuankömmlingen und Einheimischen an – und sorgten für eine gute Verständigung zwischen den Kulturen.

Über allen Angeboten steht das Konzept der Integration. Die Fahrradwerkstatt RADgeber in der Gärtnerstraße 5 beruht auf ehrenamtlicher Eigenleistung der Flüchtlinge und ehrenamtlicher Arbeit Wedeler Bürger: Die Selbsthilfewerkstatt bereitet gespendete Fahrräder auf und repariert eigene Fahrräder. Alle Fahrräder werden von  Flüchtlingen ehrenamtlich instandgesetzt, anderen Flüchtlingen kostenlos zur Verfügung gestellt und erhöhen so die Mobilität in Wedel. Auch die Nähwerkstatt arbeitet mit Ehrenamtlichen. Ludger Fischer: „Alles, was dort hergestellt wird, dient zuallererst der Integration in das Gemeinwesen. Das geschieht so erfolgreich, dass aus der Nähwerkstatt heraus auch Personen in Arbeit vermittelt werden konnten.“   Kontakt: www.diakonieverein-migration.de  –  Tel. 04101 – 3 76 77 20.

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