Diakonieverein Migration eröffnet neue Räume in Wedel

Flotter Einzug, auch weil viele Flüchtlinge halfen

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Kuchen, Kaffee, Kontakte. FOTO: C. Strauß

(CS) Ludger Fischer, Leiter des Diakonievereins Migration in Pinneberg, strahlte: Fröhlich, interaktiv und mit gegenseitige Neugier feierten Wedeler und „Newcomer“ aus vielerlei Kulturen am 14. Oktober die Einweihung neuer Räume des Diakonievereins Migration in der neuen Außenstelle in Wedel. Rund 200 Menschen tummelten sich in der Gärtnerstraße 5 in Wedel, einem gut erreichbaren neuen Standort. Dort bietet der Diakonieverein Migration e. V. in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Asylsuchenden Beratung und Betreuung an, offene Sprechstunden in der Migrationsberatung und Flüchtlingsbetreuung, Mitarbeit in einer Näh- und Fahrradwerkstatt, Kontakt zu mehrsprachigen Spiel- und Sportangeboten, zu Sprachpartnerschaften und Sprachkursen.  Das Angebot verspricht jetzt schon, gut angenommen zu werden, als Ergänzung zum Willkommenscafé in der Höbüschentwiete in Wedel.

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Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen. Eine Ideensammlung in Norderstedt

Sprachfähig werden

(sm) Rund 1.400 Menschen flüchteten im vergangenen Jahr nach Norderstedt. Die Erstversorgung sei weitgehend abgeschlossen, erklärte Norderstedts Sozialdezernentin Annette Reinders vor fast 200 Fachleuten, Ehrenamtlichen und Politikerinnen am 29. September im Norderstedter Rathaus. Jetzt gehe es darum, Perspektiven zu entwickeln.

Viele Ankömmlinge hätten Schlimmes hinter sich, zwischen 25 und 50 Prozent seien traumatisiert, berichtete die Traumapädagogin Anais Herrmann. Erfahrungen von Gewalt könnten die Psyche so nachhaltig verletzen, dass es zu Störungen der Wahrnehmung der Realität und des Verhaltens komme: „Traumatisierte Menschen laufen häufig mit `eingekapselten´ Aggressionen durchs Leben. Die erneute Erfahrung von Hilflosigkeit kann Verhaltensweisen auslösen, die Rätsel aufgeben. Oft schlagen sie aus scheinbar nichtigem Grund um sich, verbal oder handgreiflich. Andere ziehen sich zurück und verstummen.“

Die aufnehmende Gesellschaft stehe vor der Herausforderung, traumatisierte Menschen zu unterstützen und ihnen trotz ihrer psychischen Belastungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die in der sozialen Arbeit Tätigen müssten den richtigen Umgang mit „schwierigen“ Menschen lernen. Zu wissen, dass Traumatisierung die Ursache von Konflikten sein könne, brächte Entlastung und eröffne Möglichkeiten der Kommunikation. „Mir geht es um Sprachfähigkeit“, fasste Anais Herrmann ihr Anliegen zusammen.

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