Wohnen und Arbeit in Norderstedt vor dem Aus?

Diakonie will Obdachlosenprojekt retten

Wie fast überall fehlt auch in Norderstedt bezahlbarer Wohnraum. Der Umgang mit Mietern werde rauer, berichtet Bernd Schmidt-Stamer, Leiter des Projekts „Wohnen und Arbeit“. Die Notunterkunft am Langenharmer Weg ist voll. „Es kommen nicht mehr nur die Männer ab vierzig, sondern vermehrt Frauen und junge Leute von Anfang zwanzig.“ Schon wer zweimal seine Miete nicht zahle, werde aus der Wohnung geklagt. Meist seien aber gescheiterte Beziehungen der Grund für den Wohnungsverlust. Wer ausziehen müsse, hätte kaum Chancen, etwas Neues zu finden. „Die Lage ist fast hoffnungslos, wenn jemand verschuldet ist, womöglich suchtkrank oder an einer psychischen Erkrankung leidend.“ Dann wirke der Teufelskreis „keine Arbeit, keine Wohnung, keine Arbeit“. Weiterlesen

Diakonie in Kirche und Gesellschaft

Vom Wert des Vertrauens

Programmatische Überlegungen von Diakoniepastorin Maren von der Heyde

Als Moses den Auszug seines Volkes aus Ägypten organisierte, traf er jede Entscheidung selbst. „Du machst dich selber und die Leute müde“ sagte sein Schwiegervater: „Suche Leute aus, die Verantwortung übernehmen, erkläre ihnen Gottes Ordnungen und Weisungen und mache sie zu Schiedsrichtern für 1000, 100, 50 oder 10 Menschen. Nur das wichtigste bringst du selbst vor Gott.“

Mich berührt an diesem frühen Beispiel der Verantwortungsteilung, dass sie nicht nur von Mensch zu Mensch geschieht. Sie findet im Dreieck statt. Sie baut darauf, dass die Ordnungen und Satzungen dafür gegeben sind. Sie macht alle gleich, denn alle Handelnden müssen sich vor Gott verantworten. Das hat Konsequenzen und damit sind wir beim Thema.

Das zwischen Kirche und Staat am heißesten diskutierte Thema ist das Kirchenasyl. Soll die Kirche das Asylrecht dem Staat überlassen? Oder müssen Christen dafür einzustehen, dass Menschen ein Recht auf ihr Recht haben? Dürfen oder müssen wir sie gar vor dem Staat schützen?

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Islamisches Freitagsgebet im Bürgerhaus Bornheide

Beten im Bürgerhaus

Als Muslime aus dem Osdorfer Born darum baten, in einem Raum des Bürgerhauses Bornheide das Freitagsgebet abhalten zu dürfen, zögerte Diakoniepastorin Maren von der Heyde nicht lange. „Mit ist der Gedanke unmöglich, Menschen das Gebet zu verwehren“, erklärt die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein. Sie stellte zwei Bedingungen. Es muss auf Deutsch gepredigt werden und der Gebetsraum muss offen bleiben – auch für Frauen. Das war für die Organisatoren des Gebets keine Frage.

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